Kinder im Taubblindenheim des Oberlinhauses in Potsdam-Babelsberg
Im Babelsberger Taubblindenheim leben etwa zwanzig Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Behinderungen. Die meisten von ihnen sind taub und blind zur Welt gekommen.Diese sehr seltene Mehrfachbehinderung kann mit einer Rötel-Infektion im ersten Schwangerschaftsdrittel erworben werden. In dieser Zeit entwickeln sich die für Hören und Sehen zuständigen Hirnregionen. Auch angeborene Herzfehler können darin ihre Ursache haben und werden auch häufig bei taubblinden Neugeborenen festgestellt. In Brutkästen kann es durch eine Sauerstoff-Überversorgung oder Lärm in seltenen Fällen bei Frühgeburten zu Schädigungen der Augen und Ohren kommen.
Die Förderung der Kinder und Jugendlichen im Heim geschieht zum einen in der ständigen Betreuung durch die Erzieher und Erzieherinnen, die sich bemühen, ein stabiles Vertrauensverhältnis mit jeweils einem Kind aufzubauen. Zum anderen gibt es täglichen Unterricht in verschiedenen Fächern wie Manueller Tätigkeit, Formen und Gestalten, Mobilitätstraining, Werken, Sport, Musik und vor allem Hör- und Sprecherziehung. Dabei muß auf die jeweils individuelle Form der Behinderung und persönlichen Entwicklung Rücksicht genommen werden. Daher kann es auch nur vorwiegend Einzelunterricht geben. Die meisten Kinder verfügen noch über Reste von Hör- oder Sehvermögen, oder sogar beidem.
Rolf Schulten (1992) | www.rolf-schulten.de
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